Was macht ein*e BIM-Koordinator*in, und warum kann das ein*e Projektleiter*in nicht selbst?

Aktualisiert: 16. Okt.

Um eine erfolgreiche BIM-Implementierung durchzuführen, hat ein*e BIM-Koordinator*in zahlreiche bisher neue Rollen und Aufgaben.


- Vorlage-Entwicklung

- Schulungsmaterialen

- Leitfäden schreiben

- neue innovative Methode testen

- Neues Projekt BIM-mäßig überlegen und vorbereiten

- Laufende Projektdatei sauber und strukturiert halten

- in BAP aktiv mitwirken, die Einhaltung der Angaben ständig prüfen

- regelmäßige interne Modellprüfung

- Troubleshooting - tägliche Hilfe für Kollegen bei auftauchenden Fragen/Problemen

- Prüfung der Fachmodelle

- Kollisionserkennung und modellbasierte Kommunikation mit Fachplanern


Nach Erfahrung können die jeweiligen Projektleiter diese Koordination nicht sorgfältig schaffen, da sie sich mit vielen anderen planerischen Herausforderungen beschäftigen müssen, die natürlich weiterhin höchste Priorität haben.



Trotzdem sieht man in dieser Grafik, dass in vielen Büros eben die Projektleiter auch für diese Aufgaben zuständig sind. Dies führt oft zu einem chaotischen BIM-Modell bzw. Datenaustausch und das Büro sieht nur neue Probleme und keine Vorteile.


Was ist die Lösung? Viele Büros finden keinen geeigneten BIM-Experten oder können sich niemanden in dieser Rolle in Vollzeit leisten. Ein BIM-Koordinator*in muss aber nicht unbedingt ein*e interne*r Mitarbeiter*in sein, auch ein externer Partner kann sehr effektiv helfen. Ich kann es von eigener Erfahrung bestätigen, da ich seit 5 Jahren mehrere Architekturbüros parallel betreue.


Zu welchen Aufgaben wurde ich bisher als BIM-Koordinator am häufigsten gefragt?


Wenn ein Büro z. B. ein neues Projekt startet, soll die Vorlage angepasst, bzw. bestimmte projektspezifische Situationen vorbereitet werden sollen.


Am Anfang der Implementierung besteht oft ein größerer Schulungsbedarf, ich schlage dann vor, welche Themen ich dann für den Büros am sinnvollsten finde und ich halte einige intensive Schulungen.


Die größte Hilfe kann ich nach Feedbacks mit der regelmäßigen Beratung geben, wenn die Mitarbeiter im Läufe des Projektes mit konkreten Fragen zu mir kommen, wo sie sofort eine Lösung brauchen, um weiterzukommen. Hier kann ich das Problem sehr oft in wenigen Minuten lösen. Ohne eine Frage zu stellen würden die Kollegen damit mehrere Stunden verschwinden oder am schlimmsten Fall mit einem altbekannten 2D Methode arbeiten, was später natürlich zum noch größeren Chaos führt.


Manchmal treten natürlich komplexere Probleme auf, die nicht in einer Minute gelöst werden können. In diesen Fälle überlege und entwickle ich neue Arbeitsmethoden, die dann später bei erfolgreicher Anwendung auch in die Vorlage und den Leitfäden einfließen.


Außerdem überprüfe ich das BIM-Modell regelmäßig pro-aktiv, um Mangel, Fehler und Inkonsistenze zu finden, die später z. B. die schnelle Bearbeitung, Flächenberechnung oder Mengenermittlung verhindern würde. So kann ich Probleme auch ohne Fragen finden und den Kollegen Hinweis geben, wie sie ab jetzt weiterarbeiten sollen.


Beim IFC-Datenaustausch koordiniere ich oft um die richtigen IFC-Export/Import Einstellungen zu finden. Viele Architekten denken immer noch, dass ein IFC-Export nichts anderes als ein PDF-Export ist, wobei man viele neue Aspekten beim IFC berücksichtigen soll.


Für diese Aufgaben hat ein Projektleiter normalerweise keine Zeit, aber das Büro braucht auch niemanden unbedingt in Vollzeit für diese Rolle.


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